Mit diesem Roman unterstütze ich den Förderverein „Schloss und Park Reinhardsbrunn“ e.V.

Lesen Sie diesen spannenden historischen Kriminalroman und unterstützen Sie gleichzeitig die Arbeit des Fördervereins. Der Autor spendet sein Honorar dem Verein und der Verlag unterstützt die Aktion womit insgesamt 25% vom Verkaufspreis der Vereinsarbeit zu Gute kommen.

Leseprobe aus dem historischen Kriminalroman

„Zwei Särge für Schloss Reinhardsbrunn“

Die letzten Nächte verbrachte Elisabeth damit, alle Türen aus dem geheimen Gang aufzuspüren. Auf einem Papierbogen zeichnete sie die Gänge auf und notierte die Anzahl der Schritte zwischen den gefundenen Türen. Bald erkannte sie die Systematik des Baumeisters. Nun war es lediglich eine Frage der Zeit, bis sie eine umfängliche Übersicht aller geheimen Zugänge zu den Räumen des Schlosses besaß. Die meisten Zimmer des Schlosses waren unbewohnt, viele nicht einmal eingerichtet.Dort, wo sich in den Gängen nur wenige Spinnweben von einer Wand zur anderen spannten und der Boden nicht fingerdick mit Staub und Dreck belegt war, fand sie die Türen sehr schnell. Das Personal des Schlosses nutzte demnach die Gänge häufig. Endeten die Fußspuren vor einer Wand, lag dahinter ein genutztes Zimmer. Elisabeth hatte bisher alle gefunden, außer der Geheimtür zu Isabellas Gemach. Gerade Das musste sie aber finden. Es war wichtig, zu erfahren, ob ihr die Tochter des toten Fürsten einen Strich durch ihre eigenen Pläne machen könnte. Außerdem erhoffte sie sich, etwas über das unerklärliche Verschwinden ihres Ehemannes Josef zu erfahren.Es war wie verhext. Trotz intensiver Suche fand sie keine weiteren Spuren, die irgendwo vor einer Mauer endeten. Noch einmal musterte sie ihre eigenen Aufzeichnungen und versuchte sich die Lage der Zimmer ins Gedächtnis zu rufen. Die Nonne war sich sicher, dass hinter der Mauer, an der sie gerade Fuge für Fuge abtastete, das gesuchte Gemach zu finden sei. Viel Zeit hatte sie aber nicht mehr, denn die Morgen-Stunden näherten sich unaufhörlich und dann hätte sie erneut einen Tag, besser eine Nacht, verloren.Elisabeths Kerze begann zu flackern. Sie war fast herunter gebrannt. Vorsichtig stellte sie den Kerzenhalter auf den Boden. Hastig griff sie in die Tasche ihrer Kutte und zog eine neue Kerze hervor. Vorsichtig richtete sie den Docht auf um ihn an der Flamme des herunter gebrannten Stummels anzuzünden. Es musste schnell gehen, sonst würde sie im dunklen stehen. Elisabeth kannte die Gänge zwar inzwischen sehr genau, hatte aber keine Lust sich im dunklen zurück zu ihrem Gemach zu tasten.Die neue Kerze brannte. Die Nonne drückte sie in das noch warme weiche Wachs und wartete bis es sich verfestigt hatte. Die Flamme kam nicht zur Ruhe. Aufgeregt flackerte sie ständig schräg nach vorn rechts. Es dauerte eine Weile, ehe Elisabeth begriff, dass sie die Lage der Geheimtür gefunden hatte. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie den Schließmechanismus entdeckte. Doch angesichts der fortgeschrittenen Zeit beschloss die Nonne ihren Besuch bei der Tochter des Fürsten auf die nächste Nacht zu verschieben. Das gab ihr zugleich die Gelegenheit einige Tropfen ihres Elixiers in das abendliche Getränk Isabellas fließen zu lassen.So wird sie einen tiefen gesunden Schlaf haben, wenn ich zu ihr komme. Den Tag werde ich nutzen, um mir den Ring meines verhassten Schwiegervaters zu holen.Zufrieden rieb sich die Nonne ihre Hände. Ihre Pläne begannen sich Schritt für Schritt zu verwirklichen. In Dankbarkeit faltete sie ihre spindeldürren Finger zum Gebet. Sank im Staub des Geheimganges auf ihre Knie und begann um den Beistand der Jungfrau Maria zu bitten, ihr auf dem letzten Abschnitt ihres Weges zur Äbtissin des Klosters Marienstern beizustehen.

2014 / ISBN 978-3-946031-01-7   Preis: EUR 14,95

Otto Kurt Dieter Hesse über seinen Roman:

Im Oktober 2012 erschien mein Roman „Maria Anna und die Schwarze Schar“. Zur gleichen Zeit ging das traurige Schicksal des Schlosses Reinhardsbrunn durch die Medien. Das war für mich der Anlass, den historischen Kriminalroman „Zwei Särge für Schloss Reinhardsbrunn“ zu schreiben. Das Manuskript war fertig und in unseren Medien wurde vom Engagement kulturell interessierter Bürger für das Schloss berichtet.Diese Arbeit wollte ich unterstützen, deshalb stellte ich mein Manuskript Herrn Sören Macholdt vom Förderverein „Schloss und Park Reinhardsbrunn“ e.V. kostenlos zur Verfügung. Es war mein Wunsch, dass Einnahmen aus dem Verkauf dieses Buches der Arbeit dieses Fördervereins zugutekommen. Mit den geschichtlichen Hintergründen, den Personen und den Orten war ich vertraut, also erfand ich eine Geschichte, in die meine kriminelle Erzählung hineinpassen konnte. Mit anderen Worten, Sie werden in keiner Chronik oder Geschichtsbüchern etwas finden, das die Vermutung nahe legt, ich hätte einen tatsächlichen Fall geschildert. Ich finde es schlimm, wenn wir unsere Geschichte vergessen. Verfallene Schlösser sind nur der Anfang und ein Symptom für versinkendes kulturelles Erbe. Immer sind es eigentlich Menschen die hier versagen.Aber es gibt auch immer wieder Männer und Frauen, die ihr Herz und ihren Verstand benutzen um Zustände zu verändern. Ihnen gilt meine Achtung und Anerkennung. Ich wünsche den Männer und Frauen dieses Fördervereins viel Erfolg und wäre glücklich, etwas dazu beigetragen zu haben.