am 12. September 2018, um 14.00 Uhr lese ich in der Gaststätte „Platte“ am Stadion in Arnstadt

am 25. September 2018 um 15.00 Uhr lese ich in der Pro-Senioren-Residenz am Dornheimer Berg in Arnstadt

Monsignore Heinrich-Maria Burkard war so freundlich das Vorwort zum Roman zu verfassen und las selbst aus dem Kapitel „Die Taufe“:

Das Kloster Heiligkreuztal ist ein besonderer Juwel. Viele Menschen kommen heute an diesen geschichtsträchtigen Ort, an dem von 1216 – 1843 fromme Frauen ihr Leben verbrachten.
Der König von Württemberg hatte 1804 begonnen, seine „frisch erworbenen Besitzrechte“ auf dieses altehrwürdige Zisterzienserinnenkloster einzufordern. Als er es hatte, wusste er und seine königliche Administration nicht so recht, was damit sinnvollerweise anzufangen sei.
Für ein Gefängnis oder eine Anstalt lag es zu sehr abseits. Dafür war das Klosterbier gut genug, um einen tüchtigen Brauereipächter zu finden. Den interessierte freilich der Handel mit dem Bier mehr, als die spirituelle Seite des Klosters. Als die schließlich die letzten altgewordenen Schwestern auszogen, wurde der Zerfall des kostbaren Klosterbestandes immer augenfälliger. Aus dem Kapitelsaal wurde ein Hühnerstall, dann eine Schnapsbrennerei und der Kreuzgang mit seinen alten Gemälden diente zur Kegelbahn.

Gott sei Dank gab es genug fromme Seelen, entschiedene Köpfe und mutige Männer und Frauen, welche die Wiederbelebung des Klosters seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorantrieben. Hauptakteur war die  junge Stefanus Gemeinschaft. Sie mobilisierte nach dem Erwerb der Anlage viele ehrenamtliche Tätige, Sponsoren und einen genialen Architekten, um das Kloster aus dem Dornröschenschlaf aufzuwecken. Heute unterstützt die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit einem professionellen Hotel,- und Tagungsbetrieb die vielfältigen Angebote des Hauses, in dem neben Stefanus verschiedene andere Institutionen Menschen Raum anbieten, sich  fortzubilden, zu sich und vielleicht auch neu zu Gott zu kommen, oder einfach zur Ruhe zu kommen, um aufzuatmen.
Das Kloster ist Wallfahrts und spiritueller Ort, wie Tagungs,- und Bildungsort. Wer hier her kommt spürt einen seltsamen Zauber und es ist, als ob der ganze Raum leise zu erzählen beginnt, wenn man zur Ruhe kommt und das Lauschen neu entdeckt.

So erging es wohl auch dem Autor dieses spannenden Romans, Otto Kurt Dieter Hesse. Wie einst sein Namensvetter Hermann Hesse seine Erlebnisse im Zisterzienserkloster Maulbronn literarisch verarbeitete im „Glasperlenspiel“, vor allem in der Gestalt des klösterlichen Spielemeisters Josef Knecht, so lässt Otto Kurt Dieter Hesse das Kloster Heiligkreuztal lebendig werden in der Geschichte eines Findelkindes Leopoldine, das seine Kindheit und Jugend hier zu einer Zeit verbrachte, als das Kloster noch ein letztes Mal aufblühte. Die Geschichte dieses zu einer begnadeten Frau und Heilerin heranwachsenden Kindes  findet seine Fortsetzung an ganz anderen historisch belegten Orten und entfaltet dort eine ganz besondere Dynamik.

„Se non è vero, e molto ben trovato – wenn es nicht wahr ist, ist es doch gut erfunden.“ An diesen Satz des italienischen Philosophen Giordano Brunos (1558 – 1600) musste ich denken, als ich das Manuskript zu lesen begann. Neben der Person dieses Findelkindes gibt weitere Gestalten, wie die Äbtissin Josepha, die historisch belegt sind, andere sind frei erfunden. Manche Klosterverhältnisse mag es so  gegeben haben, andre entspringen eher der Phantasie des Autors. Aber gerade deshalb regen sie auch die Phantasie der geneigten Leserin und Lesers an. Ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen, bis ich es nicht ganz zu Ende gelesen hatte. Es ist nicht nur unterhaltsam und spannend geschrieben, sondern weckt auf seine Art Interesse an der lebendigen Geschichte, die Menschen gelebt, manchmal durchgestanden und auch ekstatisch erlebt haben. So, dass es uns Nach-fahren heute gibt, die wir unsere Wurzeln im zugleich  heilvollen wie unheilvollen Boden der Geschichte unserer Vor-fahren haben.

Als Mit-Mensch wünsche ich allen, die den Roman lesen, spannende Entdeckungen und ein Nach-denken über die Beschaffenheit der eigenen geschichtlichen Verwurzelung. Als  Christ und katholischer Pfarrer und wünsche ich, die Segensspur in diesem „Wurzelgrund“ zu entdecken. Und als Leiter des Geistlichen Zentrums des Klosters Heiligkreuztal wünsche ich mir natürlich viele, die neugierig werden auf diesen besonderen Ort in Oberschwaben und die sich aufmachen, um ihn und vielleicht auch ihre eigene Lebensgeschichte neu zu entdecken.

Herrn Hesse gratuliere ich zu diesem Buch und ich wünsche ihm viele, die ihn bestärken, seine Menschenkenntnis, sein Wissen und seine Phantasie, sowie seine kreative Schreibfreude in weiteren Werken dieser Art fortzusetzen.

Heiligkreuztal, im November im Jahre des Herrns 2017

Monsignore Heinrich-Maria Burkard